Das Stück

Bereits im 4. Jahr
MORGEN HÖR ICH AUF

von Eddie Cornwell
ein Stück für Jugendliche ab 16 Jahre und Erwachsene

Regie und Ausstattung: Laurentiu Tuturuga
Regieassistenz und technische Leitung: Knut Heimann
Es spielt: Dieter Marenz

Robert Thomsen steht vor einem Scherbenhaufen: Sein Job als Vertreter für Fußbodenbeläge macht ihm schon lange keinen Spaß mehr; mit seiner Ehe geht es seit Monaten bergab; seine Frau Anne hat die Scheidung eingereicht und ist mit den zwei Kindern in ein Hotel gezogen; Freunde hat er keine, außer vielleicht Paul; der Führerschein ist weg.
Wie konnte das passieren?

Die Geschichte eines Trinkers beginnt mit ihrem Ende, dem Rückfall. Mit einem von vielen „letzten” Rückfällen. Ob es dieses Mal der endgültig letzte sein wird? Diese Frage bleibt offen.

Das Stück ist eine Ein-Mann-Erklärung eines nicht erklärbaren Leids, eines Leids, das nicht vorzeigbar ist „wie ein gebrochener Arm”. Es sind Monologe des Selbstbetrugs, der Scham, des Aufbegehrens gegen die eigene Machtlosigkeit, des Selbstmitleids, der Wut gegen sich selbst und andere, des Abwälzens von Schuld und letztendlich einer tiefen Einsamkeit.

Wir sehen einen endlosen Kreislauf von Angst – Scham – Trinken – Aufhören und Hoffen, dem Robert nur entkommen könnte, wenn er rein gar nichts mehr trinkt – „das erste Glas stehen lässt”.

Das weiß er.
Aber da ist die Angst, den Tag nicht zu schaffen, der Wunsch, sich zu beruhigen, leichter mit den Kunden reden zu können, das Gefühl des Kleinseins gegenüber der tüchtigen Frau zu betäuben, das Gefühl zu versagen..., sich zu belohnen..., sich zu trösten...

Die ersehnte Wirkung ist längst austauschbar geworden, hat sich verselbständigt: Robert trinkt, weil er muss, er steht wie unter einem inneren Zwang.

Auch das weiß er.
Das Ende in einer Klinik für Suchtkranke lässt Hoffnung aufblitzen: Robert fühlt sich wie neugeboren, will ab jetzt alles anders machen, will seine Familie zurückgewinnen, sich um eine neue Arbeit kümmern...
Er hat Abstand gewonnen von allen Zwängen, von der Würdelosigkeit des Saufens. Er sieht gut aus, hat sich selbst herausgezogen aus dem Fass des Selbstmitleids.

Ob es dabei bleiben wird? Oder ob es ihn wieder „dorthin (zieht), wo es kein Versagen, keine Schwäche, keine Schande gibt... ins Paradies.”?

Dr. Hella Marenz

Premiere: Freitag 15.6.2007, 20.00 Uhr, Alte Feuerwache, Gathe 6, Wuppertal-Elberfeld